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Werke von Mozart, Schubert und Tschaikowsky


(Foto: Thomas Wörner)

(bro) (khm) Am vergangenen Freitag fand das erste Kunstfreundekammerkonzert der 69. Reihe 2018 - 19 mit dem Frankfurter Hindemith-Streichquartett, Sigrun Vortasch (Klarinette) und einem Programm mit Werken von Mozart, Schubert und Tschaikowsky in Eberbach statt.

Begeisterten Zwischen- und Schlussapplaus gab es für das Frankfurter Hindemith Streichquartett mit Ingo de Haas, Joachim Ulbrich (Violinen), Thomas Rössel (Viola), Daniel Robert Graf (Violoncello) und für Sigrun Vortasch (Klarinette) bei dem Kammerkonzert der Eberbacher Kunstfreunde am vergangenen Freitag, das wohl zu den glanzvollsten und bestbesuchten in deren bislang 69 Konzertreihen gezählt werden darf. Der Beifall galt, mit bedingt durch Mozart, Schubert und Tschaikowski selbst, den vier bzw. fünf Interpreten und ihren Qualitäten, zumal gerade bei Allbekanntem auf das "Wie" der Darbietung besonders geachtet wird. Das Quintett, erfahrene Orchester- und Kammermusiker, hatten nun keine Schwierigkeiten mit den spieltechnischen Anforderungen im Bezug auf virtuose Tempi, Kantilenenklanglichkeit und homogenes Zusammenspiel im Ensemble.

Zur Einleitung hörte man von Schubert, der ca. 1.000 Kompositionen hinterließ, davon 30 Kammermusiken, den berühmten, etwa 300-taktigen "Quartettsatz" (c-moll D 703), in dem als Hauptkennzeichen Gegensätze aufeinander stoßen. Hier wurde beeindruckend ein scharfer Gegensatz zwischen geisterhaft auf und ab dahinjagenden, tremoloartigen Sechzehntelpartien und melodischen, träumerisch empfindsamen Abschnitten exakt herausgearbeitet, indem man Tempo- und Dynamikunterschiede heftig kontrastieren ließ, so dass Schuberts Musik geradezu programmatisch ebenso gespenstisch dunkel und dramatisch leidenschaftlich wie auch gesanglich lyrisch und tröstlich lebensfreudig erscheinen konnte.

Den Allegro-Satz des folgenden mozartschen Klarinettenquintetts (A-Dur KV 589) erlebte man als ein wirkliches Kammermusikwerk, bei dem die Gleichberechtigung der fünf Instrumente oberster Grundsatz ist. Die Gelegenheit, seine eigene Virtuosität zu zeigen, nutzten also alle Instrumentalisten, zumal die Themenvorstellung immer den Streichern zukam und Mozart sie nirgendwo zu starrer Begleitung verdammte, was den leichtem Vorrang für die klangstärkere Klarinette aber nicht ausschließen konnte und sollte. Das Quintett nannte man auch schon einen "Triumph der Kantabilität", und ihm hatte sich nicht allein, aber deutlich die Klarinette von Sigrun Vortisch verpflichtet. Eine "Sanglichkeit", die Mozart selbst in keinem anderen Werk überboten hat, verwirklichte man im Larghetto, dem "wahren Kleinod an Schönheit und Wohllaut" dieses Quintetts. Hier begleiteten in ständigem Piano die mit Ausnahme des Cellos 'gedämpft' spielenden Streicher die Klarinette und dialogisierte die Violine mit der Klarinette, was man schon synästhetisch (Töne mit Farbentsprechungen) mit Silber- bzw. Rubinglanz hat vergleichen wollen und was wohl zu den wahrhaft schönen Augenblicken des Abends zählen durfte. In das festlich angespielte Menuett sind zwei Trios eingeschoben. Im ersten konnten die vier Streicher allein auch einmal einen anderen, den reinen Streichquartettklang ohne die klang- starke Klarinette entfalten, zumal ein Trio immer eine gewisse Klangverminderung bewirken soll. Das zweite Trio gab sich geradezu wie eine Vorahnung eines schubertschen Ländlers, der das Publikum auch auf ein einen heiteren Ausklang einstimmen konnte, den der finale vielgestaltige Variationensatz Allegretto dann auch bot mit keck gespieltem Thema, das ländlerhaft (Klarinette) und virtuos (Violinen) abgewandelt wurde, einen Anflug von Melancholie (Viola) erweckte, die Klarinette virtuos agieren ließ und über ein Adagio mit einem schnelleren Allegro zum Ende kam mit dem Eindruck, als sei der Finalsatz selbst ein kleines Quintett.

Tschaikowskys erstes Quartett D-Dur op. 11 CWV 90) war eine Gelegenheitskomposition für ein auf dringliches Anraten seiner Freunde veranstaltetes Konzert, das ihn bekannt machen sollte. Der sorgfältige und gewissenhafte Tschaikowsky, seinerzeit Professor für Komposition am neu gegründeten Moskauer Konservatorium und noch entfernt davon, als größter russischer Komponist entdeckt und weltweit gewürdigt zu werden, schuf ein ebenso klangvolles wie vielgestaltiges Werk, dessen damaliger großer Erfolg verdientermaßen diesem bis heute geblieben ist - auch hier. Der erste Satz, mit "Maßvoll und einfach" charakterisiert, ist allerdings recht schwierig rhythmisch und spieltechnisch, so dass das Quartett hier sofort glänzen konnte. Auch der hier typische Wechsel von geradezu symphonisch orchestraler, doppelgriffig erzeugter Klangwucht (sechsstimmig) mit eleganten kammermusikalischen Abschnitten brachte man eindrücklich zu Geltung - eine vielleicht von Kammermusikpuristen, nicht geliebte Wucht, aber von Vorurteilslose immer höchstbewundert. Der so populäre 'Ohrwurm' des 'gedämpft' und im Piano gespielten "Andante cantabile", beruhend auf einem russisch-ukrainischem Lied und einer einschmeichelnden Gegenmelodie, wurde in seiner Verbindung von Volkston mit der Satzkunst Tschaikowskys wundervoll dargeboten. Die "Tränen in Tolstois Augen" waren da schon glaubhaft. Das kurze Scherzo erlaubte dem Quartett den volkstümlich derb komponierenden Komponisten vorzustellen und dabei auch zu zeigen, mit wie viel komplizierter Satz- und Komponierkunst (dynamische Gegensätze, Intervallsprüngen) der Komponist hier arbeitete, um dennoch einen gefällig einfachen Eindruck zu erwecken. Das Finale schonte erneut die Instrumentalisten nicht (höchste Lagen und Tempo) und wie zur eigenen Erholung und der des Publikums fehlten auch nicht schöne, ausgedehnte Kantilenen (Viola, Cello). Zum Schluss durfte auch noch ein Schluss-Gag ausgeführt werden. Es erklang ein kurzes Adagio p > pp < ppp. Es war aber nicht der Schluss, sondern im ff stürmte überraschend ein 'Allegro vivace' los dem Ende zu, Coda und Stretta zugleich. Stürmischer Beifall, den Tschaikowsky wohl auch damit erzeugen wollte.

Das Quartett bedankte sich beim Eberbacher Publikum - zu Recht auch für seine über Jahre hinweg bewahrte Freude an der Kammermusik - mit Tschaikowskys "Chant d' automne - Herbstlied", aus dem Klavierzyklus "Les Saisons- Jahreszeiten" op. 37bis (arrangiert für Klarinettenquintett).

01.10.18

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